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Aufklärung ist wichtig – gerade im Auslandstierschutz.


Immer wieder sehen wir Hunde aus dem Ausland, die über Privatpersonen vermittelt oder bei ihrer Vermittlung „unterstützt“ werden. Natürlich freue ich mich, wenn dadurch ein Hund ein gutes Zuhause findet.

Gleichzeitig wünschen wir uns mehr Bewusstsein dafür, dass nicht jede Vermittlung, die sich nach außen als „Tierschutz“ bezeichnet, auch unter denselben rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen stattfindet. Zwischen privater Vermittlungshilfe, selbsternannten Tierschutzstrukturen und einem eingetragenen, gemeinnützigen Tierschutzverein, der Hunde aus dem Ausland organisiert nach Deutschland verbringt und vermittelt, bestehen erhebliche Unterschiede.

Gerade diese Unterschiede werden in der öffentlichen Wahrnehmung häufig nicht sichtbar. Für Außenstehende sieht es schnell so aus, als würde lediglich ein Hund vermittelt. Tatsächlich können dahinter jedoch ganz unterschiedliche Verantwortlichkeiten, rechtliche Voraussetzungen und behördliche Verpflichtungen stehen.

Wenn Hunde beispielsweise, wie in meinem Fall aus Serbien nach Deutschland verbracht werden, gelten hierfür klare gesetzliche und veterinärrechtliche Vorgaben.

Als Verein, der Hunde aus einem Drittstaat nach Deutschland verbringt und anschließend vermittelt, müssen wir diese Vorgaben einhalten und unsere Tätigkeit gegenüber den zuständigen Behörden transparent machen.

Dazu gehören unter anderem die notwendigen Gesundheitsvoraussetzungen, Kennzeichnung und Dokumentation der Tiere, tierärztliche Bescheinigungen, Einreisebestimmungen sowie die vorgeschriebenen Verfahren für die Verbringung aus einem Drittstaat in die Europäische Union.

Und auch die Frage, zu welchem Zweck ein Hund verbracht und anschließend abgegeben wird, ist rechtlich relevant.

§ 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Tierschutzgesetz sieht unter bestimmten Voraussetzungen eine Erlaubnispflicht für das Verbringen oder Einführen nicht landwirtschaftlicher Wirbeltiere zum Zweck der Abgabe gegen Entgelt oder sonstige Gegenleistung sowie für die entsprechende Vermittlung vor.

Das bedeutet: Die rechtliche Einordnung hängt nicht allein davon ab, wie eine Vermittlung nach außen bezeichnet wird. Entscheidend sind die tatsächlichen Umstände, der Zweck der Verbringung und der Ablauf.

Genau deshalb ist es wichtig, zwischen einer privaten Hilfe oder dem Teilen eines Vermittlungsaufrufs und einer regelmäßigen organisierten Vermittlung und Verbringung von Auslandshunden zu unterscheiden.

Denn sobald eine Person nicht nur einen Aufruf teilt, sondern beispielsweise regelmäßig Interessenten sucht, Vermittlungen organisiert, Transporte koordiniert oder Hunde nach Deutschland verbringen lässt, stellt sich die Frage nach der rechtlichen Einordnung und der Verantwortlichkeit.

Und genau hier sehe ich einen wichtigen Unterschied zu einem Verein, der diese Tätigkeit offiziell ausübt.

Wir müssen uns gegenüber den zuständigen Behörden transparent machen, Unterlagen führen, Abläufe dokumentieren und die gesetzlichen und veterinärrechtlichen Anforderungen erfüllen.

TRACES, Gesundheitszeugnisse, Einreisevoraussetzungen, Dokumentationen, Transportvorgaben und behördliche Abstimmungen sind keine freiwilligen Extras.

Sie gehören zur verantwortungsvollen Verbringung von Hunden aus einem Drittstaat.

Das kostet Zeit.
Es kostet Geld.
Es bedeutet Organisation.
Und vor allem bedeutet es Verantwortung.

Deshalb fällt es uns schwer nachzuvollziehen, wenn organisierte Auslandshundevermittlung über private Strukturen stattfindet und dadurch möglicherweise der Eindruck entsteht, es handle sich lediglich um eine unverbindliche Vermittlungshilfe.

Dabei möchten wir ausdrücklich nicht jede private Vermittlungshilfe kritisieren.

Natürlich darf jeder einem Tier helfen.
Natürlich darf man einen Aufruf teilen.
Und natürlich kann eine Privatperson einen ausländischen Tierschutzverein unterstützen.

Aber es sollte transparent sein, wer tatsächlich hinter der Vermittlung und der Verbringung steht.

Wer organisiert den Transport?

Wer stellt sicher, dass die Einreisevoraussetzungen erfüllt sind?

Wer kümmert sich um die notwendigen Unterlagen?

Wer ist gegenüber den Behörden Ansprechpartner?

Wer ist für die Vermittlung verantwortlich?

Und wer steht hinter dem Hund, wenn nach der Ankunft Probleme entstehen?

Denn für uns endet Verantwortung nicht mit dem Grenzübertritt.

Sie beginnt bereits bei der Entscheidung, einen Hund aus dem Ausland nach Deutschland zu verbringen.

Genau deshalb akzeptieren wir als Verein die vielen Vorgaben, Kontrollen und den damit verbundenen bürokratischen Aufwand.

Nicht, weil wir es uns unnötig schwer machen möchten.

Sondern weil wir überzeugt sind, dass Auslandstierschutz transparent, nachvollziehbar und verantwortungsvoll erfolgen muss.

Und deshalb wünschen wir uns auch mehr Verständnis dafür, dass Vereine, die diesen Weg gehen, nicht „unnötig kompliziert“ arbeiten.

Wir erfüllen Vorgaben, weil wir Verantwortung übernehmen.

Es geht dabei nicht darum, wer die meisten Hunde vermittelt oder wer den schnellsten Weg findet.

Es geht darum, dass der Weg eines Hundes aus dem Ausland nach Deutschland rechtlich korrekt, transparent und verantwortungsvoll organisiert wird.

Unsere Bitte an euch:

Achtet darauf, welche Vermittlungsaufrufe ihr teilt.

Informiert euch darüber, wer hinter der Vermittlung steht, wie die Verbringung organisiert wird und welche rechtlichen Voraussetzungen erfüllt werden.

Fragt nach, welcher Verein verantwortlich ist, wer die notwendigen Unterlagen und den Transport organisiert und an wen ihr euch wenden könnt, wenn nach der Ankunft Fragen oder Probleme entstehen.

Denn mit dem Teilen eines Aufrufs unterstützt ihr nicht nur einen einzelnen Hund – ihr gebt gleichzeitig einer Vermittlungsstruktur Reichweite.

Schaut deshalb ruhig etwas genauer hin. Fragt nach. Informiert euch.

Nicht, um Tierschutz schwieriger zu machen.

Sondern um dazu beizutragen, dass Auslandstierschutz transparent, verantwortungsvoll und im Sinne der Tiere umgesetzt wird. 

Tierschutz braucht Herz.
Aber Herz allein reicht nicht.

Tierschutz braucht auch Rechtssicherheit, Transparenz und Verantwortung.